10 Tipps Kaminofen-Sichtscheiben – Das ist wichtig!

Tipp 1: Niemals eine beschädigte Kaminofen-Sichtscheibe verwenden

Die Sichtscheibe eines Kaminofens zählt zu den Verschleißteilen. Ist sie beschädigt, sollte sie unbedingt vor der nächsten Nutzung ersetzt werden. Schon der kleinste Riss oder Sprung im Glas kann das Sicherheitsrisiko erheblich erhöhen.
Außerdem führt eine beschädigte Scheibe dazu, dass Wärme entweicht, wodurch der Holz- oder Pelletverbrauch steigt, da die Isolierung nicht mehr optimal funktioniert.

Tipp 2: Kaminofen in die Hausratversicherung einschließen

Wenn Sie einen Kamin anschaffen, prüfen Sie unbedingt, ob Ihre Hausratversicherung Glasschäden abdeckt und ob Kamin-Sichtscheiben sowie Ihr Kamin als Feuerstelle mitversichert sind.
Ist dies nicht der Fall oder die Versicherungssumme für Glas zu niedrig, lohnt sich der Abschluss einer Glasversicherung oder die Erweiterung Ihrer bestehenden Police. Achten Sie darauf, dass Kaminofen-Sichtscheiben explizit eingeschlossen sind. Im Zweifel fragen Sie direkt bei Ihrer Versicherung nach, da nicht jede Police Kamin-Sichtscheiben automatisch abdeckt.

Kommt es zu einem Schaden an der Sichtscheibe, übernimmt die Hausratversicherung dann in der Regel die Kosten für die Neuanschaffung. Beachten Sie außerdem, ob Ihre Versicherung eine Selbstbeteiligung vorsieht. In diesem Fall müssten Sie bis zu dieser Summe die Kosten selbst tragen. Alternativ können Sie einen Tarif ohne Selbstbeteiligung wählen; der Beitrag ist dann etwas höher, dafür entfällt die Eigenbeteiligung.

Tipp 3: Wann die Versicherung nicht zahlt

Grob fahrlässiges Verhalten ist in den meisten Versicherungen nur eingeschränkt oder gar nicht abgedeckt. Wenn Sie Ihren Kaminofen trotz beschädigter Sichtscheibe betreiben und es zu einem Brand kommt, kann es sein, dass Versicherungen Regressforderungen stellen.

In einem solchen Fall:

  • übernimmt die Wohngebäudeversicherung Ihres Vermieters Schäden am Haus,

  • Ihre Hausratversicherung Schäden an Ihrem Hausrat,

  • und Ihre Haftpflichtversicherung kann bei Regressforderungen einspringen.

Es wird also deutlich: Betreiben Sie den Kamin nie fahrlässig mit beschädigtem Sichtglas, um Risiken und mögliche finanzielle Folgen zu vermeiden.

Tipp 4: So bleibt die Kaminofen-Scheibe sauber

Leichte Ruß- oder Schmutzablagerungen auf der Sichtscheibe sind nach einiger Nutzungszeit normal. Wenn die Scheibe jedoch stark verrußt und die Scheibenspülung mit Sekundärluft nicht mehr ausreicht, kann das mehrere Ursachen haben:

  • Technisches Problem: Die Scheibenspülung könnte defekt sein.

  • Anwendungsfehler: Häufig liegt die Ursache in der Handhabung des Kamins.

Typische Gründe für starke Rußbildung sind:

  • Unzureichende Luftzufuhr oder Luftabfuhr, die zu unruhigem Flackern oder Schwelbrand führt.

  • Zu feuchtes Holz (Restfeuchte über 20 %).

  • Falsche Brennstoffgröße oder -anordnung.

Tipps zur Vermeidung von Ruß:

  • Holz gleichmäßig schichten.

  • Das Anzünden von oben nach unten durchführen.

Tipp 5: Vorteile von oberflächenbehandeltem Sichtglas

Moderne Hersteller von Kaminofen-Sichtscheiben setzen heute meist auf oberflächenbehandelte Glaskeramik. Das bringt mehrere Vorteile:

  • Das Glas hält extremer Hitze von bis zu 750 °C und mehr stand.

  • Die Brandgefahr wird dadurch deutlich reduziert.

  • Dank der Oberflächenbehandlung lässt sich das Glas leichter sauber halten, oft unterstützt durch die Sekundärluft-Scheibenspülung und eine selbstreinigende Funktion.

Tipp 6: Reinigung der Scheibe mit Zeitungspapier

Zerkleinern Sie einfach etwas Zeitungspapier, befeuchten Sie es leicht und tauchen Sie es in etwas weiße Asche. Mit diesem „Hausmittel“ können Sie den gröbsten Ruß und Schmutz von der kalten Scheibe entfernen.
Anschließend können Sie für ein streak-freies Finish einen herkömmlichen Glasreiniger und ein fusselfreies Tuch verwenden.

Tipp 7: Die richtige Größe wählen

Ein häufiger Grund für Sprünge in Kaminofen-Sichtscheiben ist falsches Glasmaß. Sitzt die Scheibe nicht exakt, kann sie mit Metallteilen in Kontakt kommen. Das erhitzte und sich ausdehnende Metall übt Druck auf das Glas aus, was früher oder später zu einem Bruch führt.
Messen Sie daher die zu ersetzende Scheibe millimetergenau, bevor Sie eine neue bestellen.

Tipp 8: Dichtungen regelmäßig prüfen und austauschen

Überprüfen Sie regelmäßig die Dichtung Ihrer Kaminofen-Sichtscheibe. Mit der Zeit kann sie rissig oder porös werden. Das ist normal, da Dichtungen zu den Verschleißteilen gehören. Sobald dies der Fall ist, sollte die Dichtung ausgetauscht werden. Auch beim Einsetzen einer neuen Sichtscheibe empfiehlt es sich, gleich eine neue Dichtung zu verwenden, um optimale Sicherheit und Abdichtung zu gewährleisten.

Tipp 9: Unfälle einfach vermeiden

Die meisten Schäden an Kaminofen-Sichtscheiben entstehen durch unsachgemäßes Stapeln von Holz. Rutschende oder umfallende Scheite können gegen die Scheibe stoßen und diese beschädigen.
Vermeiden Sie solche Unfälle, indem Sie keine instabilen Holzstapel bauen. Legen Sie die Scheite flach in den Ofen und füllen Sie lieber nach, anstatt zu viel auf einmal hineinzulegen. Große Scheite kommen dabei unten, kleinere Scheite zum Anzünden oben.

Tipp 10: Vorgehen bei Materialfehlern

Auch wenn es selten vorkommt, kann es passieren, dass Kaminofen-Sichtscheiben bereits Materialfehler aufweisen und dadurch spontan springen. In einem solchen Fall greift die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren.
Wenden Sie sich direkt an den Hersteller und fordern Sie eine neue Scheibe an. Manche Hersteller erledigen dies nach Fotodokumentation, andere bitten darum, das gesprungene Glas einschicken zu lassen.

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